Österreichische Geschichte für Faule von 1618 bis 1938: Fenstersturz bis Anschluss ohne Prosa und lästige Details.
Österreich ist Teil des Heiligen Römischen Reichs, ein Zusammenschluss deutscher Gebiete. Dieses möchte in Böhmen den protestantischen Glauben verbieten. Dadurch werden 1618 drei Personen aus einem Fenster in Prag geworfen (Prager Fenstersturz), die dieses Verbot durchsetzen wollten.
Die Katholiken sind angefressen und katholische Staaten führen gegen protestantische Staaten Krieg in ganz Europa. Mit der Zeit erkennt man, dass es bessere Gründe für Krieg gibt als Religion und man verbündet sich auch mit Staaten des anderen Glaubens und am Ende geht es eigentlich nicht mehr wirklich um Religion.
Der Krieg ist ein großer Schritt in Richtung Religionsfreiheit, der Tod von Millionen und endet mit dem Westfälischen Frieden, .
"Der Sonnenkönig" regiert Frankreich absolutistisch (= über ihm steht nur Gott = er tut was er will). Sein extravaganter Lebensstil wird zum Sinnbild der europäischen Monarchen der damaligen Zeit.
Der Merkantilismus als Wirtschaftsform wird entwickelt, um diese Extravaganz zu finanzieren. Das bedeutet kleine Handwerksbetriebe weichen effizienten, großen Manufakturen mit auf bestimmte Handgriffe spezialisierten Arbeitern (= Vorgänger der Fließbandarbeit). Es wird möglichst viel exportiert, während Importe mit Zöllen belegt werden.
Diese frühe Form der Marktwirtschaft macht Frankreich zur führenden Macht in Europa und wird von anderen Staaten kopiert. Die Rechte der Arbeiter und Bauern bleiben dabei auf der Strecke, was u.a. 1789 zur Französischen Revolution führt.
Frankreich führt viele Kriege mit den Habsburgern und generell Europa und erweitert seine Kolonien um günstiger an Rohstoffe zu kommen.
Keiner mag Frankreich, aber jeder versucht es zu kopieren.
Die Türken greifen Europa an, dringen wie schon 1529 bis nach Wien vor und belagern es. Gemeinsam mit anderen europäischen Mächten (Polen!) wird Wien befreit und Österreich drängt die Türken zurück. Dabei werden Ungarn und Teile des Balkans eingenommen (Türkenkriege). Prinz Eugen ist hier als Feldherr federführend.
Die Franzosen hätten den spanischen Thron bekommen, da reicht es dem Rest von Europa und alle verbünden sich gegen Frankreich. Die Habsburger (Karl VI.) haben außerdem auch berechtigten Anspruch auf den spanischen Thron.
Gab diplomatische Lösung am Schluss und Spanien wird aufgeteilt (weil Karl VI. durch Tode anderer dann gleichzeitig Thronfolger in Spanien, Österreich und des Heiligen Römischen Reichs war).
Durch die Erfahrungen aus dem spanischen Erbfolgekrieg ging Kaiser Karl VI. ein Abkommen mit anderen Staaten und Herzogtümern ein, dass Österreich nicht aufteilbar sei und auch Frauen auf den Thron können.
Karl VI. stirbt, Maria Theresia wäre Erzherzogin, aber niemand hält sich an die pragmatische Sanktion. Alle gehen auf Österreich los.
Preußen holt sich Schlesien, Bayern holt sich Böhmen und Oberösterreich, die Bayern stellen mit Karl VII. den neuen Kaiser des Heiligen Römischen Reichs.
Maria Theresia macht Zugeständnisse an Ungarn, um ein Heer zu erhalten und schließt einen Sonderfrieden mit Preußen, um die Bayern zu vertreiben.
Dann ist Österreich den Preußen aber wieder zu stark und sie greifen erneut an, sichern sich dadurch Schlesien. Großbritannien geht auf die Seite von Österreich, um einen Grund zu haben, Kolonien von Frankreich einzunehmen.
Am Schluss geht Österreich ein Bündnis mit Russland ein, die anderen scheißen sich an und der Krieg ist vorbei.
Maria Theresia ist nun wirklich Erzherzogin von Österreich. Zwischendurch wurde ihr Mann, Franz von Lothringen, Kaiser des Heiligen Römischen Reichs (Franz I.), weil Karl VII. starb.
Österreich geht Bündnis mit Frankreich und Rest von Europa ein, weil die Preußen zu mächtig werden. Großbritannien stellt sich auf die Seite der Preußen, um wieder französische Kolonien einzunehmen.
Preußen beginnt dann den Krieg, um den anderen zuvor zu kommen (überall Krieg, auch in den Kolonien, Historiker sprechen von einem Weltkrieg).
Russland ist dann am Ende und der Krieg ist vorbei. Großbritannien gewinnt richtig viele Kolonien in Nordamerika und Indien von Frankreich (= quasi Beginn des Empires).
Maria Theresia gilt als große Reformerin und Wegbereiterin in die Moderne, war tatsächlich aber sehr konservativ erzkatholisch. Sprach anderen Religionen sogar die Daseinsberechtigung ab. Großteil der tatsächlich modernen Reformen geht auf ihre Söhne Joseph II. und Leopold II. zurück.
Maria Theresia führte pragramtische Reformen durch, wie Zentralisierung der Regierung und Bildungsreformen (z.B. Schulpflicht). Diese Bildungsreformen schufen Grundlage dafür, dass Wien zu Weltstadt der Medizin wurde.
Unter Joseph II. wurden aufgeklärte Reformen durchgeführt: Abschaffung Leibeigenschaft, Verbot von Folter, Einführung echter Religionsfreiheit, Abschaffung von Religionsdelikten (z.B. Zauberei/Hexerei), außerdem Enteignung und Entmachtung der Kirche.
Leopold II. verbesserte die teilweise zu extremen Reformen seines Bruders (führten zu Unmut in Bevölkerung).
Napoleon Bonaparte geht als Kaiser aus der Französischen Revolution (1789) hervor und beschließt ganz Europa einzunehmen (Koalitionskriege).
Er besetzt ganz Europa, geht am Ende aber gegen Russland zugrunde, weil die sich einfach zurückziehen und alles niederbrennen, bis die Franzosen ohne Essen im russischen Winter feststecken (Taktik der verbrannten Erde).
Beim Rückzug aus Russland werden die Franzosen 1813 von allen anderen gemeinsam vernichtend geschlagen (Völkerschlacht bei Leipzig) und Napoleon landet im Exil auf Elba.
Die Wiederherstellung der alten europäischen Mächte wie vor Napoleon wird beschlossen, Menschen sollen sich aus Politik raushalten um Revolutionen zu vermeiden (Biedermeier).
Österreich, Preußen und die anderen deutschsprechenden Gebiete gründen den deutschen Bund als Ersatz für das Heilige Römische Reich (Schweiz ist nicht dabei).
Während des Wiener Kongresses kommt Napoleon zurück aus dem Exil, fängt kurz wieder Krieg an und wird bei Waterloo (Belgien) endgültig geschlagen.
Inspiriert durch die Zweite Französische Revolution im Februar gibt es Revolutionen im Deutschen Bund – Arbeiter und Bauern sind unterdrückt und durch Fehlernten ist das Essen knapp. Das Volk verlangt Verfassungen und sieht die Industrialisierung sowie den Feudalismus kritisch.
Nach blutigen Kämpfen in u.a. Wien, Prag und Berlin scheitern die Revolutionen, aber als Teilerfolg sind die Menschen zumindest formell gleichgestellt und die Bauern befreit (Ende des Feudalismus). Die Idee von Rechtsstaaten mit Verfassung ist nun jedoch in den Köpfen der Menschen etabliert und wird nicht so einfach wieder weg gehen.
Geiles Zitat: "Ideen können nicht erschossen werden." – Revolutionär Hermann Jellinek, vor seiner standrechtlichen Erschießung.
Franz Josef wird Kaiser.
Krieg zwischen Russland und dem Osmanischen Reich. Österreich ist freundlich mit Russland, verhält sich jedoch neutral. Mobilisiert dann aber vorsichtshalber, Russland zieht sich deswegen lieber zurück und Österreich besetzt die verlassenen Gebiete westlich vom schwarzen Meer.
Niemand mag Österreich.
Österreich erklärt Krieg an Piemont-Sardinien, weil sie sich provozieren lassen und nicht checken, dass sie keine Chance haben (Piemont-Sardinien ist verbündet mit Frankreich).
Noch weniger Leuten mögen Österreich.
Krieg zwischen Österreich und Preußen, weil Österreich wieder nichts checkt und sich provozieren lässt (Probleme im deutschen Bund). Gleichzeitig Krieg mit Italien.
Österreich verliert, Venezien geht an Italien und Deutscher Bund wird aufgelöst.
Aber leiwander Sieg von Tegetthoff bei Lissa gegen die italienische Flotte!
Ungarn ist unzufrieden als Teil von Österreich, steigende nationalistische Tendenzen. Franz Josef gesteht ihnen mehr Autonomie zu, es wird zu einem Staat im Staat (eigene Verfassung, Regierung, etc.). Teilweise bleiben Ministerien aber für beide Staaten zuständig.
Die anderen Völker möchten das auch, bekommen es aber nicht und fühlen sich noch mehr missachtet als ohnehin schon.
Ab jetzt heißt der Staat offiziell Österreich-Ungarn und man spricht von der k.u.k. Monarchie – "kaiserlich und königlich" – denn Österreich hat einen Kaiser, Ungarn einen König.
Grundrechte, Presse- & Glaubensfreiheit, etc. werden eingeführt. Reformen in Judikative, Legislative & Exekutive. Einführung des Parlaments (Reichsrat), Wahlrecht für Männer ab einer bestimmten Steuerleistung.
Frankreich hat sich aus dem Krieg zwischen Österreich und Preußen 1866 rausgehalten, weil Otto von Bismarck ihnen Gebiete versprochen hatte. Die gibt er ihnen aber nicht. Frankreich ist angepisst, Bismarck provoziert zusätzlich (Emser Depesche) und Frankreich greift Preußen an.
Preußen besiegt gemeinsam mit den süddeutschen Staaten Frankreich und geht als deutsches Kaiserreich hervor (Bismarck war hier federführend und hat alle anderen überzeugt).
Kaiser Wilhelm wird in Versailles zum Kaiser ernannt, was Frankreich richtig wütend macht. Bismarck ist Reichskanzler.
Die Zeit war im Endeffekt ein Bündnis-Clusterfuck. Außerdem Gewalt, Intrigen und politischer Bullshit am Balkan. Am Ende sind alle angepisst und froh, dass es endlich Vorwände für einen ordentlichen Krieg gibt. Deswegen wird der Krieg zu Beginn auch positiv gesehen, weil danach hoffentlich mal Ruhe ist.
Österreich-Ungarn, Deutschland und Russland gehen Neutralitätsabkommen ein: Dreikaiserabkommen
Österreich-Ungarn und Deutschland machen geheim ohne Russland noch ein Abkommen: Zweibund
Italien macht auch geheim bei Deutschland und Österreich-Ungarn mit: Dreibund. Ist aber gleichzeitig neutral mit Frankreich.
Das Dreikaiserabkommen zerbricht, weil Österreich-Ungarn und Russland beide geil auf den Balkan sind. Deutschland geht alleine mit Russland den Rückversicherungsvertrag ein.
Wilhelm I. (Deutschland) stirbt, neuer Kaiser ist Wilhelm II.
Deutschland verlängert Rückversicherungsvertrag mit Russland nicht, wegen Österreich-Ungarn, die wie Russland den Balkan toll finden. Außerdem haut Willhelm II. Bismarck raus. Russland nähert sich Frankreich an, weil was sollten sie sonst alleine tun?
Wilhelm II. ist dauernd ein Oasch zu Großbritannien und beschließt dann noch eine Flotte zu bauen, die groß genug is, um den Briten zumindest Bauchweh zu bereiten. Dass er keine bessere bauen kann, ist ihm klar. Nervt die Briten trotzdem.
Großbritannien schließt erst mit Frankreich ein Bündnis …
… und dann kommen die Russen dazu: Trippleentente
Österreich-Ungarn annektiert Bosnien-Herzigowina, das bisher zum Osmanischen Reich gehörte.
Taugt natürlich niemanden in Europa außer Deutschland, die finden alles gut was Österreich-Ungarn macht. Russland kann nichts machen, die haben erst einen Krieg gegen Japan verloren (1905).
Und auch in Österreich-Ungarn gibt es Diskussionen wer das nun verwalten darf. Kommt nichts dabei raus.
Gründung des Balkanbundes: Serbien, Bulgarien, Griechenland, Montenegro.
Erster Balkankrieg: Greifen dann auch gleich mal das Osmanische Reich an und holen sich das Gebiet westlich vom Bosporus, das auch heute nicht mehr zur Türkei gehört. Albanien erklärt sich als unabhängig, während die anderen mit kämpfen beschäftigt sind.
Zweiter Balkankrieg: Uneinigkeit wie das Gebiet aufgeteilt werden soll und Bulgarien greift einfach mal alle an. Rumänien (vorher neutral) nutzt die Chance und greift Bulgarien an. Auch das Osmanische Reich greift Bulgarien an. Läuft nicht so für Bulgarien. Am Schluss wird von Russland vermittelt.
Schlechte Stimmung am Balkan und Unzufriedenheit der anderen Völker in Österreich-Ungarn. Der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand wird deswegen in Sarajevo erschossen.
Österreich-Ungarn erklärt Serbien den Krieg.
Russland steht Serbien zur Seite, erklärt Österreich-Ungarn den Krieg. Deutschland steht Österreich-Ungarn zur Seite, erklärt Russland den Krieg. Frankreich steht Russland zur Seite, erklärt Deutschland den Krieg.
Deutschland greift zuerst Frankreich an, plant einen schnellen Sieg, um sich danach in Ruhe Russland widmen zu können (Schlieffenplan). Der Angriff geht über das neutrale Belgien, deswegen erklärt auch Großbritannien Deutschland den Krieg. Dadurch kann Frankreich nicht sofort besiegt werden und Deutschland kämpft im Westen und Osten an zwei Fronten gleichzeitig.
Österreich-Ungarn entpuppt sich als unfähig, Deutschland muss gegen Serbien, Russland und später Italien Unterstützung leisten, anstatt Unterstützung zu erhalten.
Vier Jahre durchgehender Krieg ohne erwähnenswerte Fortschritte (Stellungskrieg). 20-30 Millionen Menschen sterben weltweit
Deutschland und Österreich-Ungarn müssen am Schluss aufgeben. Beide Monarchien gehen dadurch zu Ende.Für Russland geht der Krieg so schlecht, dass sich das Volk auflehnt, was 1917 zu Lenins Revolution führt, wodurch später die Sowjetunion entsteht.
Thronfolger Franz Ferdinand wird im Juni von einem bosnischen Serben (Gavrilo Princip) erschossen, weil er sich (wie viele) von der österreich-ungarischen Moanrchie unterdrückt fühlt. Österreich-Ungarn stellt vollkommen übertriebe Forderungen an Serbien, die diese nicht erfüllen (können), wodurch Serbien der Krieg erklärt wird.
Schnell sind alle großen Mächte in Europa miteinander im Krieg.
n den ersten Wochen des Kriegs sterben hunderttausende Soldaten, da es noch keine Erfahrungen mit moderner Kriegsführung gibt und man die Soldaten buchstäblich in den sicheren Tod laufen lässt.
Die deutschen Soldaten gehen auf ihrem Weg nach Frankreich mit extremer Härte gegen die belgische Zivilbevölkerung vor, da sich herumspricht, dass diese aus dem Hinterhalt angreifen würden. Das nutzen die Alliierten für ihre Proaganda ("The Rape of Belgium").
Die Deutschen kommen kurz vor Paris nicht mehr weiter und die beiden Seiten versuchen sich immer wieder nach Norden hin zu flankieren, bis sie an der Nordsee anstehen ("Race to the Sea"). Die Deutschen wollen bei Ypern (Belgien) durchbrechen, das gelingt nicht, über 200.000 Verluste (Erste Flandernschlacht).
Österreich-Ungarn scheitert wiederholt Serbien zu besiegen und verliert Gebiete in Galizien (heutige Westukraine), während die Deutschen die eingefallenen Russen in Preußen zurückdrängen (Schlacht von Tannenberg.)
Japan (Alliierte) und das Osmansiche Reich (Mittelmächte) steigen in den Krieg ein. Dadurch auch Krieg im Nahen Osten und vereinzelt in den Kolonien.
Zu Weihnachten treffen sich Deutsche und Briten zwischen den Schützengräben und feiern gemeinsam Weihnachten. Man dachte zu Beginn der Krieg wäre jetzt schon vorbei.
Der österreichische Feldmarschal Conrad von Hötzendorf versucht wiederholt auf dilettantische Weise die von Russen eingeschlossene Festung Przemyśl zu befreien. Er lässt Soldaten ohne richtige Schuhe tagelang durch den Schnee marschieren, während in Wien Wolldecken aus bürokratischen Gründen im Freien verrotten. Alle Versuche scheitern, tausende Soldaten sterben. Die 100.000 österreich-ungarischen Soldaten in der Festung ergeben sich am Ende.
Russland wird im Norden bis nach Riga und Minsk zurückgedrängt. Im Süden bleiben sie in Galizien und setzen Österreich-Ungarn zu.
Italien steigt bei den Allierten ein und Bulgarien bei den Mittelmächten. Italien beginnt die ersten von zwölf Isonzoschlachten gegen Österreich-Ungarn im Gebiet des heutigen Soča-Tals.
Serbien fällt schlussendlich Ende 1915 mit Hilfe von Bulgarien.
Deutschland beginnt Giftgas in Ypern (Belgien) einzusetzen, sind damit erfolgreich, aber können nichts mit dem Sieg anfangen, weil sie nicht in das vergaste Gebiet vordringen könnnen (zweite Flandernschlacht).
Ansonsten tut sich im Westen nicht viel ("Im Westen nichts Neues"). Beide Seiten versuchen den Krieg zu gewinnen, indem sie einfach mehr Männer und mehr Granaten einsetzten als der Gegner. Das bringt nichts außer entsprechend mehr Tote.
Ein gemeinsames Weihnachten wie 1914 wird von der alliierten Führung unter Androhung der Erschießung verboten.
Australien und Neuseeland versuchen mit den Briten das Jahr hindurch Konstantinopel einzunehmen. Auch hier verhärtet sich der Krieg zu einem Stellungskrieg und nichts passiert außer tausende Tote. Die Alliierten evakuieren das Gebiet gegen Ende des Jahres (Schlacht von Gallipoli).
Das Osmanische Reich beansprucht das armenische Gebiet und beginnt einen Völkermord an Armeniern. Bis 1916 werden 1,5 Millionen Armenier getötet. Die Türkei erkennt den Völkermord bis heute nicht an.
Deutschland beginnt zivile Frachter mit U-Booten anzugreifen (uneingeschränkter U-Boot-Krieg), versenken dabei ein Schiff mit Amerikanern und hören deswegen wieder damit auf. Außerdem bombardieren sie London mit Zeppelinen.
Die Briten wiederum versuchen die Deutsche Bevölkerung auszuhungern, indem sie deutsche Häfen blockieren.
Die Russen starten eine Sommer-Offensive gegen Österreich-Ungarn ( Brusilov Offensive ), dadurch muss Österreich-Ungarn seine erfolgreiche Offensive gegen Italien abbrechen, um Soldaten in den Osten zu verlegen. Österreich-Ungarn steht kurz vor einer Aufgabe gegenüber Russland. Deswegen übernimmt Deutschland das Kommando über die österreich-ungarischen Truppen.
Rumänien steigt in den Krieg an der Seite der Allierten ein, läuft gleich von Beginn an nicht so gut für sie gegen die Deutschen. Die Alliierten bilden eine Armee in Griechenland gegen den Willen der Griechen, um eine stärkere Macht am Balkan zu sein.
Die Schlacht von Verdun beginnt im Februar. Die Deutschen zerstören die französischen Gräben mit einer Million Granaten, die sie in 9 Stunden auf die Franzosen regnen lassen, bevor sie den Angriff starten. Die ersten Tage sind erfolgreich, aber dann kommt die Offensive zum Halt, während die Kämpfen weiter gehen. Sinnlose Offensiven und Gegenoffensiven auf beiden Seiten bis zum Ende des Jahres. Am Ende kommt nichts dabei raus.
Die Schlacht an der Somme beginnt im Juni. Die Briten bombardieren die Deutschen Stellungen zu Beginn 5 Tage lang. Die Offensive geht einigermaßen gut für die Briten, aber deren Verluste sind enorm ohne erwähnenswerte Gewinne. Die Deutschen holen sich die gewonnenen Gebiete kurz darauf wieder zurück. Wie immer passiert nichts weiter, außer tausende Tote.
Die Osmanen verlieren Gebiete im heutigen Georgien an Russland. Dafür schlagen sie die Briten im Gebiet des heutigen Iraks beim Fluss Tigirs. Die nächste große Niederlage der Briten nach Gallipoli. Gegen Ende des Jahres starten die Briten hier eine neue Offensive.
Franz Joseph stirbt, Karl I. wird neuer Kaiser.
Die Briten setzen an der Somme zum ersten mal Panzer ein. Funktioniert sehr gut, solange die Panzer nicht an technischen Schwierigkeiten leiden, was sie sehr oft tun.
In Afrika verlieren die Deutschen immer mehr Gebiete, halten sich aber.
Nach dem Ausscheiden von Russland aus dem Krie (Oktoberrevolution) werden die deutsche Truppen der russichen Front an die italienische Front verlegt und die Italiener werden nach elf ergebnislossen Schlachten am Isonzo in der 12. Isonzoschlacht geschlagen und bis an den Piave zurückgedrängt. Dort wird die Offensive lediglich durch ein Hochwasser gestoppt.
Die Taktiken ändern sich nur im Detail, weiter sterben tausende Soldaten ohne etwas zu erreichen. Vor allem die französischen Soldaten beginnen sich gegen deren Führung aufzulehnen.
In der Schlacht von Messines versuchen die Briten die deutschen Stellungen zu untergraben und von unten in die Luft zu sprengen. 19 massive Explosionen lösen die erste deutsche Verteidigungslinie teilweise buchstäblich in Luft auf. Außerdem ging dem ein 17-tägiges Dauerbombardement voraus. Bringt aber alles nichts, wieder sterben zehntausende Menschen für nichts.
Kommunistische Revolution in Russland (Oktoberrevolution), das damit aus dem Krieg austritt.
hier sind Sachen passiert
Der Steckrübenwinter bezeichnet den harten Winter 1916/1917 für die Zivilbevölkerung. Wegen schlechter Ernte und dem Krieg gab es buchstäblich nur Rüben zu essen. Deswegen beginnt Deutschland wieder mit dem uneingeschränkten U-Boot-Krieg, um Frankreich und Großbritannien aus dem Krieg zu hungern. Man hofft auf einen Sieg bevor neutrale Staaten deswegen in den Krieg einsteigen. Das funktioniert nicht und die USA tritt in den Krieg auf Seite der Alliierten ein.
Generelle Kriegsmüdigkeit in Deutschland und Österreich-Ungarn: Desertion, Befehlsverweigerung und Streiks. Außerdem die spanische Grippe.
Österreich-Ungarn versucht im Sommer den Piave zu übertreten, scheitert jedoch und wird im Oktober vernichtend von den Alliierten geschlagen.
Im September werden zudem das Osmanische Reich und Bulgarien geschlagen und die Alliierten gewinnen daher den Nahen Osten.
Deutschland plant mit der Frühlingsoffensive den Krieg zu drehen. Man nimmt große Teile der Westfront ein und steht wieder kurz vor Paris, das man mit Artillerie zu beschießen beginnt.
Die Gebietsgewinne können jedoch nicht gehalten werden und im Juli dreht sich der Krieg und die abgekämpften Deutschen werden zurückgedrängt.
Es folgt die finale Hunderttageoffensive der Alliierten. Die Deutschen werden bis September an die letzte Verteidigungslinie zurückdrängt (Siegfriedlinie), welche Ende September durchbrochen wird.
Am Tag nach Durchbruch der Siegfriedlinie (30. September) fordert die deutsche Heeresführung einen Waffenstillstand. Einen solchen hat Österreich bereits heimlich am 14. September von den Alliierten erbeten.
Aus Gründen wird ein Waffenstillstand von der deutschen Regierung immer wieder abgelehnt und erst im Zuge der deutschen Novemberrevolution kommt dieser am 11. November zustande. Über ein Monat zusätzliches sinnloses sterben.
Theoretisch war das deutsche Heer jedoch nicht geschlagen und weiter kampfbereit. Auf Basis davon wurde die antisemitische Dolchstoßlegende geschaffen, die Hitler später zur Stimmungsmache nutzt.
Die anderen Teile Österreich-Ungarns rufen bei Ende des Kriegs gleich eigene Staaten aus. Vorarlberg möchte zur Schweiz, die wollen es aber nicht.
Österreich sieht sich nicht als Staat, sondern als Rest (Resttrauma). Man möchte Teil von Deutschland werden, sieht Österreich nur als Übergangslösung. Aber grundsätzlich gute Stimmung, dass die Monarchie vorbei ist.
Der letzte Reichsrat bildet die Regierung, Karl Renner ist Bundeskanzler.
Deutschland unterzeichnet seinen Friedensvertrag in Versailles, Österreich in St. Germain. Daher die Namen.
Beide Staaten werden zur Abrüstung gezwungen – keine schweren Waffen und extrem limierte Truppenanzahl. Außerdem müssen beide enorme Reparationszahlungen leisten.
Der Anschluss von Österreich an Deutschland wird verboten und viele Gebiete gehen an Nachbarstaaten, oft gegen deren Willen und ohne Rücksicht auf die kulturellen oder regionalen Verbindungen (betrifft für Österreich vor allem Südtirol, Schlesien und Marburg).
Das Burgenland wird jedoch Österreich zugesprochen, obwohl es bisher Teil von Ungarn war.
Allen voran zeigt Frankreich Härte. Österreich bittet um Nachsicht, die Franzosen sagen nur: "Nein, ihr habt den Krieg ausgelöst. Ruhe."
Historiker sehen heute vor allem den Vertrag von Versailles als Fehler, da nicht bedacht wurde, welche Folgen ein so stark beeinträchtigtes Deutschland auf Europa haben wird. Und tatsächlich nutzte Hitler den Vertrag um das Volk zu radikalisieren.
Österreich sieht sich alleine als nicht überlebensfähig.
Landwirtschaft und Rohstoffe waren in anderen Teilen der Monarchie, in Österreich sind nur Verarbeitungsbetriebe, die ohne Zulieferer sinnlos sind und für den neuen, kleinen Staat auch viel zu groß.
Große Armut, keine Lebensmittel und Heizmaterial, die Sterblichkeit steigt enorm. Durch das "Resttrauma" glaubt man, dass ein Aufbau des Staates sowieso sinnlos ist. Es gibt Hilfsleistungen von neutralen Staaten und eine Anleihe des Völkerbundes um fehlende Infrastruktur aufzubauen.
Die Anleihe des Völkerbundes ist an einen ausgeglichenen Staatshaushalt gebunden. Deswegen wird wenig investiert und das Geld kommt nur langsam in Umlauf. Darüberhinaus werden auch neue Steuern eingeführt.
Der Schilling wird 1925 die neue Währung: 10.000 Kronen können gegen 1 Schilling getauscht werden. Um das Geld bekam man vor dem Krieg mehrere Häuser, jetzt nur noch einen Laib Brot (Hyperinflation). Mit der Einführung des Schillings geht es bergauf, aber durch die Weltwirtschaftskrise 1929 wieder bergab.
Die politische Struktur ist sehr ähnlich zur heutigen. Nationalrat, Bundeskanzler, Bundespräsident, etc. Auch die Verfassung ist bereits sehr ähnlich zur heutigen und dient dieser als Vorlage.
Es gibt primär zwei Parteien: die Sozialdemokraten (rot, heute SPÖ) und die Christlich-Sozialen (schwarz, heute ÖVP). Auch im Nationalrat vertreten ist die Großdeutsche Volkspartei.
Die beiden politischen Lager radikalisieren sich immer mehr und gründen aus Angst vor dem anderen eigene paramilitärische Verbände (roter Schutzbund und schwarze Heimwehr). Wohl auch wegen bewaffneten Kämpfen in Deutschland 1919/1920.
Dadurch kommt es zur Julirevolte 1927. Die Heimwehr erschießt einen Mann und ein Kind bei einem Aufmarsch des roten Schutzbunds. Die Schützen werden freigesprochen (Schattendorfer Urteil), dadurch setzt eine aufgebrachte Menge den Justizpalast in Brand. Der schwarze Polizeichef lässt auf die Menge schießen, offiziell werden 89 Menschen getötet. Der ebenfalls schwarze Bundeskanzler weißt die Kritik daran zurück.
Durch politischen Bullshit treten 1933 alle drei Nationalratspräsidenten zurück. Für diese Situation ist kein Vorgehen vorgesehen und Bundeskanzler Engelbert Dollfuß der Christlich-Sozialen meint, dass sich das Parlament soeben selbst ausgeschalten hat.
Der Nationalrat will die abgebrochene Sitzung Tage später fortführen, wird aber von der Polizei am Betreten des Parlaments gehindert. Der christlich-soziale Bundespräsident Wilhelm Miklas könnte die Regierung abberufen, tut es aber nicht. Millionen unterschreiben eine Petition zur Abberufung der Regierung, Miklas ignoriert das.
Dollfuß ruft den Ständestaat aus und reagiert von nun an diktatorisch.
Ständestaat: Jeder Mensch hat einen gewissen "Stand" in der Gesellschaft, der sich nicht ändert. Menschen sollen akzeptieren, dass es reiche und arme gibt. Außerdem erhält die Kirche mehr Mitspracherecht. So ein bisschen wie der Absolutismus in Frankreich unter Ludwig XIV.
Daraus wird aber in Wirklichkeit nichts, es ist eigentlich eine "ganz normale Diktatur". Die Todesstrafe wird wieder eingeführt. Andere politische Vereine, Zeitungen, etc. werden verboten.
Die "Vaterländische Front" wird als Einheitspartei gegründet mit dem Kruckenkreuz als Symobl. Quasi eine Kopie der NSDAP in Nazi-Deutschland.
1934 soll der rote Schutzbund entwaffnet werden. Dabei kommt es zu Kämpfen in Linz, Wien, Graz und wichtigen Industriestädten (Februarkämpfe, Österreichischer Bürgerkrieg). Hunderte Menschen sterben. Obwohl in Wien sogar Artillerie eingesetzt wird, bekommt das Volk nicht viel davon mit. Danach werden auch die Sozialdemokraten verboten.
Deutschland und Österreich sind Gegner, weil Ständestaat und Nationalsozialismus grundlegend unterschiedlich sind.
Deutschlands extreme Aufrüstung zahlt sich aber nicht von selbst und Österreich hat Godlreserven, die sich Deutschland holen möchte und zudem vermögende Juden, die es enteignen könnte.
1934 putschen österreichische Nazis bereits (Juliputsch), dabei wird Bundeskanzler Dollfuß erschossen. Der Putsch läuft ganz gut, aber die mit Österreich befreundeten Italiener mobilisieren ihr Heer und Hitler pfeift die Putschisten zurück. Kurt Schuschnigg wird Bundeskanzler.
Hitler liefert dann Waffen an Italien, im Gegenzug sollen die Italiener den Österreichern einreden wie toll Deutschland ist. Österreich hört auf Italien und kommt immer mehr unter deutsche Fuchtel (z.B. wird der Innenminister von Hitler bestimmt).
Die anderen Staaten tun nichts dagegen, weil sich Österreich in den letzten 20 Jahren politisch isoliert hat. Italien war der einzige Verbündete, aber die sind jetzt auf Deutschlands Seite.
Der Einfluss wird so hoch, dass Schuschnigg von den Deutschen zum Rücktritt gezwungen wird. Er befiehlt dem Bundesheer bei einem Einmarsch keinen Widerstand zu leisten, dann hält er seine Rede mit "Gott schütze Österreich" und tritt zurück. Der von Hitler gestellte Innenminister Arthur Seyß-Inquart ist neuer Bundeskanzler.
Am Tag darauf marschieren die Deutschen ein und sofort werden politische Gegner und Juden verhaftet. Innerhalb von wenigen Wochen werden 70.000 Menschen verhaftet. Die Leute alle so: "Jo mei. Wird scho an Grund geben."
Eine Volksabstimmung zum Anschluss findet nach dem Einmarsch statt. Mit über 99% Zustimmung und Beteiligung eher fragwürdig, wie echt diese war. Aber dagegen getan hat halt auch niemand was und vielerorts wurden die Nazis sogar jubelnd empfangen.